Die Rolle Nordafrikas beim Aufstieg des Faschismus in Europa (1923-1943)
Teil 1 – Italien und Spanien: Machtergreifung und Konsolidierung
Von Leon Wystrychowski

Der Aufsatz untersucht die Bedeutung des Kolonialismus in der Maghreb-Region bei der Machtübernahme und -festigung der faschistischen Systeme in Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich und belegt, dass die Kolonien in Nordafrika in unterschiedlicher Art und Weise von großer Wichtigkeit für diese Regime waren. Damit bereichert er die Debatte um die Zusammenhänge zwischen Kolonialismus und Faschismus anhand konkreter Forschungsergebnisse. Der vorliegende erste Teil beschäftigt sich mit Italien bzw. Libyen und Spanien bzw. Marokko.
Die italienischen Faschisten strebten in Libyen ein siedlerkoloniales Projekt an, um die sozialen Widersprüche im eigenen Land zu entschärfen. Der genozidale Krieg gegen den libyschen Widerstand diente Italienern wie Deutschen zudem als wichtige Erfahrung für spätere Feldzüge.
In Bezug auf Spanien dagegen war es der Kolonialkrieg gegen die marokkanische Befreiungsbewegung, der die späteren faschistischen Putsch-Generäle erst hervorbrachte. Spanisch-Marokko war zudem die Ausgangsbasis für die erfolgreiche faschistische Invasion und marokkanische Kolonialtruppen stellten wesentliche Teile der faschistischen Streitmacht. Die Nazis ließen sich zudem mit marokkanischen Bodenschätzen bezahlen.
Zum Autor: Leon Wystrychowski hat Geschichte, Orientalistik, Arabistik und Islamwissenschaft studiert. Seine Abschlussarbeiten schrieb er über die Bedeutung des Maghreb beim Aufstieg des Faschismus in Europa und über die Rolle der französischen Afrika-Kolonien für die deutsche Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg.
Inhaltsverzeichnis
II. Vorgeschichte: Die koloniale Unterwerfung Nordafrikas
III. Italien: Vom Mittelmeer bis an den Golf von Aden
I. Einleitung
Schon in den 1930er und frühen 1940er Jahren wiesen namhafte Persönlichkeiten wie der schwarze US-Bürgerrechtler W. E. B. Du Bois (1868-1963), die indischen Unabhängigkeitskämpfer Mahatma Gandhi (1869-1948) und Jawaharlal Nehru (1889-1964), der Panafrikanist George Padmore (1902-1959), der schwarze US-Sozialist A. Philip Randolph (1889-1979) oder der indische Revolutionär M. N. Roy (1887-1954) auf die Ähnlichkeiten und Zusammenhänge zwischen Faschismus und Kolonialismus hin. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs taten es ihnen u. a. die deutsch-jüdische Philosophin Hannah Arendt (1906-1975), der Mitbegründer der Négritude Aimé Césaire (1913-2008), der antikoloniale Vordenker Frantz Fanon (1925-1961) und der aus Trinidad stammende marxistische Historiker C. L. R. James (1901-89) nach. Seither wurden diese teils theoretischen, teils unmittelbar-empirischen Befunde vor allem durch historische Forschungsarbeiten weiter unterfüttert.1 Damit nicht unmittelbar identisch, aber auch nicht davon zu trennen ist die zunehmende Zahl an Arbeiten über den Trikont im Zweiten Weltkrieg.2
Die folgende Arbeit soll einen Beitrag zu diesen wichtigen Entwicklungen in der geschichtswissenschaftlichen Forschung und der Theoriebildung leisten, indem sie die Rolle des Kolonialismus in Nordafrika bei der Machtübernahme und -festigung der verschiedenen europäischen faschistischen Regime darstellt und belegt, dass die Kolonien, konkret jene in Nordafrika, wenn auch in unterschiedlicher Art und Weise, von großer Wichtigkeit für die Faschisten in Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich waren. Dazu werden die wechselseitigen Einflüsse zwischen den faschistischen Regime und ihren jeweiligen Kolonien dargestellt, verglichen und Dimensionen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede benannt.
Während in den Fällen von Italien, Spanien und Frankreich der Zusammenhang offensichtlicher ist, weil sie die drei Kolonialmächte im Maghreb (Libyen, Tunesien, Algerien, Marokko) waren, liegt die Sache bei Deutschland anders: Das Reich trat in der Region vermittelt zunächst über Spanien, später in deutlich größerem Umfang über das französische Vichy-Regime und schließlich durch den Nordafrikafeldzug in Libyen und Ägypten in Erscheinung, bei dem die Wehrmacht den Italienern zu Hilfe kam. Daher geht es in diesem besonderen Fall um die Rolle, die diese Länder bei der Konsolidierung der deutschen Herrschaftsausdehnung mit Beginn des Zweiten Weltkriegs spielten. Ägypten, das geographisch und kulturell nicht zum Maghreb gezählt wird, war zwar Ziel deutscher und italienischer Eroberungsversuche, blieb aber unter britischer Kontrolle und spielt in dieser Arbeit nur am Rand eine Rolle.
Die Untersuchung stützt sich auf bestehende Forschungsarbeiten sowie auf deutsch-, englisch-, französisch-, spanisch- und italienisch- sowie arabischsprachige Quellen. Sie ist das Forschungsergebnis einer Bachelor- und einer Masterarbeit, die der Autor 2021 beziehungsweise 2024 abgeschlossen hat, sowie darüber hinaus gehender Recherchen. Die Arbeit ist der bislang erste Versuch, die Bedeutung Nordafrikas für die faschistischen Mächte zu erfassen. Und das, obwohl die Region, wie gezeigt werden wird, eine sehr wichtige Rolle beim Aufstieg und der Konsolidierung dieser Regime gespielt hat.
II. Vorgeschichte: Die koloniale Unterwerfung Nordafrikas
Bereits 1798 fielen Napoleons Truppen in Ägypten ein und hielten das Land am Nil drei Jahre besetzt. Wegen der revolutionären Umbrüche, die das Europa des aufsteigenden Kapitalismus die folgenden Jahrzehnte in Atem hielt, blieb diese Unternehmung zunächst nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. 1830 dann besetzten die Franzosen Algerien. Doch erst mit dem Aufkommen des Imperialismus im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts fiel Nordafrika endgültig unter europäische Herrschaft: 1881 unterwarf Paris Tunesien; zeitgleich geriet Ägypten in britische Schuldknechtschaft, während Italien versuchte, das ihm gegenüberliegende Libyen zu erobern. Letzteres gelang allerdings erst 1912. Im selben Jahr wurde Marokko endgültig unter Spanien und Frankreich aufgeteilt. Madrid beanspruchte die Rif-Region an der Nordküste und ein Gebiet im Süden sowie die angrenzende Westsahara. Das dazwischenliegende marokkanische Kernland fiel mit der Unterwerfung des Sultans unter französische Herrschaft. Das Deutsche Reich, das in Marokko wirtschaftlich äußerst aktiv war und mehrfach politischen Anspruch auf das Land erhoben hatte 3, wurde damit ausgestochen und verblieb ohne eigenes Kolonialgebiet in der Region.
Von Bedeutung für die europäischen Großmächte war Nordafrika aus drei Gründen: Erstensdiente es als Einfallstor in den südlich gelegenen Kontinent; nicht umsonst begannen Spanier, Franzosen und Italiener mit den Eroberungen in den ihnen geografisch nächstgelegenen Gebieten. Von Algerien aus errichtete Frankreich in West- und Zentralafrika ein Kolonialreich von der Größe Australiens. Großbritannien sicherte sich in Ägypten die endgültige Kontrolle über den Suez-Kanal und legte zugleich den Grundstein für seine Pläne, ein Empire in Afrika von Kairo bis zum südafrikanischen Kapp zu errichten. Die italienischen und spanischen Monarchien träumten ebenfalls von Imperien in Afrika. Zweitensging es um die Vorherrschaft im Mittelmeer. Dabei spielten die Kontrolle über den Suez-Kanal und die Straße von Gibraltar, den beiden Verbindungen in den Indischen Ozean bzw. den Atlantik, eine enorm wichtige geostrategische Rolle. Gibraltar hatten sich die Briten bereits 1704 gesichert, weshalb sie mit der Vorherrschaft in Ägypten zugleich (erneut) die Kontrolle über die wichtigsten maritimen Zugänge zum Mittelmeer hatten. Drittensbesaßen die Kolonien einen eignenen ökonomischen Wert: Bodenschätze gab es insbesondere in Nordwestafrika; in Algerien und Libyen ging es zudem um die fruchtbaren Böden im Küstengebiet, Ägypten wurde zum Land der Baumwoll-Monokultur. Alle Länder dienten überdies der Schaffung von Absatzmärkten und dem Kapitalexport.
III. Italien: Vom Mittelmeer bis an den Golf von Aden
Besonderheiten des italienischen Imperialismus
Wie im Fall der deutschen Reichsgründung war auch der „Dreiviertelsieg der Revolution“ in Italien – nationale Einheit und konstitutionelle Monarchie mit recht starkem bürgerlich-demokratischen Einfluss – im westeuropäischen Vergleich relativ spät abgeschlossen, nämlich ebenfalls erst 1871.4 Im Gegensatz zum deutschen Reich blieb Italien allerdings industriell unterentwickelt, war stark von Rohstoffimporten abhängig und litt unter der Abwanderung von Millionen Arbeitskräften. Wie Antonio Gramsci schrieb, war auch der Ende des 19. Jahrhundert aufkommende koloniale Expansionismus Italiens „ohne jede finanziell-ökonomische Basis“. Das Land hatte „nicht nur kein Kapital zu exportieren, sondern musste für seine eigenen dringlichsten Bedürfnisse auf ausländisches Kapital zurückgreifen. Es fehlte folglich ein realer Antrieb für den italienischen Imperialismus“. Stattdessen sei der italienische Kolonialismus vor allem ein Versuch, die während der bürgerlichen Revolution ausgebliebene Bodenreform zu umgehen, indem man den verarmten Bauernmassen des Südens Land in Siedlerkolonien versprach. Daher hätten sich sogar die Kapitalisten im industrialisierten Norden Italiens gegen diese Politik gestellt.5 Hinter der Kolonialpolitik Italiens stand laut Gramsci also ein halbfeudaler und kein kapitalistisch-imperialistischer Expansionsdrang. Aufgrund dessen etablierte sich in den 1970er Jahren in der italienischen Linken der Begriff vom italienischen „Lumpenimperialismus“.6) Dieser „Lumpenimperialismus“ war lange nicht von Erfolg gekrönt, zumal er bis zur Machtübernahme der Faschisten im Windschatten der britischen Großmacht handelte.7 Obwohl beispielsweise Italiener bis in die 1930er Jahre die größte europäische Bevölkerungsgruppe in Tunesien stellten, war es Frankreich, das sich das Land mittels seiner ökonomischen Stärke unter den Nagel riss.8 Die abenteuerlichen Eroberungsversuche im ostafrikanischen Äthiopien schlugen ebenfalls fehl. Erst 1911 gelang es Rom, mit dem Überfall auf Libyen entlang der Mittelmeerküste dauerhaft afrikanischen Boden in Besitz zu nehmen. Das Vordringen in das Landesinnere scheiterte jedoch lange am erbitterten Widerstand der Libyer, obwohl die italienische Armee erstmals auch ihre Luftwaffe einsetze.9 Die dabei aus Flugzeugen abgeworfenen Granaten gelten als erste Luftbombardements der Geschichte.10
Im Ersten Weltkrieg schlug sich Italien, obwohl Mitglied des Dreibundes aus Rom, Berlin und Wien, auf die Seite der Entente. Die Kriegsfolgen stürzten die italienischen Arbeiter und Bauern ins Elend, es kam zu Aufständen und Massenstreiks. Während sich die Italienische Sozialistische Partei (PSI) als einzige sozialistische Partei Westeuropas gegen den Krieg stellte, drohten der kurz nach Kriegsbeginn aus der PSI ausgeschlossene Benito Mussolini (1883-1945) und seine Anfang 1915 formierten Fascisti jenen Abgeordneten, die gegen den Kriegseintritt stimmen wollten, mit Erschießung.11 Unterstützt von Industriellen, Großgrundbesitzern und Militärs stellte Mussolini 1919 die Faschistischen Kampfbünde auf, mit denen er gegen Gewerkschaften, Sozialisten und Kommunisten vorging. Mit einer Mischung aus Terror und Sozialdemagogie bauten die Faschisten ihren Einfluss aus. Ende 1922 forderte Mussolini beim ‚Marsch auf Rom‘ die Staatsmacht. Der König und das von Konservativen und Liberalen dominierte Parlament übertrugen sie dem ‚Duce‘ bereitwillig. Zunächst mussten die Faschisten sich noch mit der Existenz eines Scheinparlaments abfinden, bis sie 1926 schließlich mit Rückendeckung des Industriellenverbands und des Vatikans alle anderen Parteien verbieten und eine offene Diktatur errichten konnten.12
Vom liberalen zum faschistischen Kolonialismus
Bis 1914 gelang es den Italienern nicht, über einige Stützpunkte hinaus libysches Territorium unter Kontrolle zu bringen. Im Zuge des Ersten Weltkriegs sah man sich dann auch noch gezwungen, Truppen von dort abzuziehen, was zu weiteren Gebietsverlusten führte. Allerdings wurde Italiens Anspruch auf Libyen nach dem Ende des Weltkriegs von den anderen Kolonialmächten offiziell anerkannt und so konnte es in den 1920er Jahren, nun mit politischer Rückendeckung aus Europa, erneut zur Eroberung übergehen.13 Die ersten zehn Jahre waren vor allem von Experimenten zur Schaffung einer Siedlerkolonie geprägt, während man zugleich versuchte, mit Konzessionen an lokale Eliten den Widerstand der indigenen Bevölkerung zu brechen. Diese Zugeständnisse zog man zwar bereits kurz nach der Machtübernahme Mussolinis zurück und begann stattdessen erneut mit Militäroperationen in allen Teilen Libyens, doch waren die Faschisten zunächst mit der Ausschaltung der Opposition im eigenen Land beschäftigt, weshalb diese „Übergangsphase von Liberalismus zu Faschismus“ weitgehend von Kontinuitäten in der Kolonialpolitik geprägt war.14
Tatsächlich war die Kolonialfrage im Programm der Faschisten von 1919 zunächst als zweitrangig bezeichnet worden – im Mittelpunkt stand die Machtübernahme und -sicherung.15 Doch bereits 1921 wurden Siedlungskolonien als „einzige Lösung“ für die Agrarfrage bezeichnet16 und die Förderung des Kolonialismus im Mittelmeerraum in das neue Parteiprogramm geschrieben.17 Nach der Ausschaltung des Parlaments und insbesondere nach dem Scheitern der Bemühungen, den italienischen Einfluss im Nahen Osten auszubauen,18 fokussierte sich Rom schließlich verstärkt auf Afrika. Die Herrschaft über ganz Libyen war als Grundstein für die Schaffung eines italienischen Reiches gedacht, das sich von Italien über den Maghreb nach Ägypten und Sudan bis nach Äthiopien und zum Horn von Afrika erstrecken sollte.
1926 besuchte der ‚Duce‘ persönlich Tripolis, mit mehreren tausend Soldaten im Gefolge.19 Dies war der Ausgangspunkt für eine großangelegte Kampagne einer neuen, explizit faschistischen Kolonialpolitik. Seine Reise endete mit einem Kongress zur kolonialen Landwirtschaft; der 21. April wurde zum ‚Kolonial-Tag‘ ausgerufen und mit Feierlichkeiten begangen.20 Ende des Jahres tauschten die Machthaber in Rom die Führungsriege der Armee in Ostlibyen gegen faschistische Militärs aus.21 Von da an begann der erbarmungslose Eroberungskrieg.
Experimentierfeld der Barbarei
In der rassistischen Hierarchie des italienischen Faschismus besaßen Libyer, die der ‚arabischen Rasse‘ zugerechnet wurden, einen höheren Stellenwert als die Schwarzafrikaner Äthiopiens. Offiziell hatten sie den Status italienischer Bürger zweiter Klasse; dabei bestand allerdings eine weitgehende ‚Rassentrennung‘. Die Pässe der Libyer galten nur in den Kolonien, womit Reisen ins ‚Mutterland‘ faktisch unmöglich waren; ‚Mischehen‘ waren strikt verboten.22 Diese „differenzierte Rassenpolitik“23 änderte aber nichts daran, dass das faschistische italienische Militär mit äußerster Brutalität nicht nur gegen libysche Widerstandskämpfer, sondern auch gegen die indigene libysche Zivilbevölkerung vorging und diese in Kollektivhaft nahm. Bereits kurz nach der Machtübernahme, am 6. März 1923, demonstrierten die Faschisten mit einem massiven Überraschungsangriff auf die libysche Selbstverwaltung in der Kyrenaika im Osten des Landes, dass sie entschlossen waren, jeden Widerstand zu brechen.24
Dieser wurde vor allem von dem sufischen Sanusiya-Orden organisiert, der von 1916 bis zu dessen Flucht nach Ägypten unter Leitung des später von den Briten als König Libyens eingesetzten Muḥammad Idris al-Mahdi as-Sanusi (1890-1983) stand. Unterstützt wurden die Kämpfer von der Mehrheit der indigenen Land- und Teilen der Stadtbevölkerung. Nachdem Idris das Land verlassen hatte, übernahm 1923 der damals 65-jährige Koranschullehrer Omar al-Mukhtar (1858-1931) die Führung. Er lehnte jeden Kompromiss mit den Kolonialherren ab, setzte auf eine Mobilisierung der Bevölkerung und erwies sich als brillanter Guerillaführer. Während der Widerstand in den westlichen Provinzen Tripolitanien und Fessan bereits in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre zerschlagen wurde,25 gelang es den italienischen Truppen erst 1931 al-Mukhtars habhaft zu werden. Am 16. September desselben Jahres wurde er öffentlich vor Tausenden Libyern gehängt. Der Widerstand in der Kyrenaika brach bald darauf zusammen; vier Monate später erklärte das italienische Militär den Sieg.26

In den Methoden, die die faschistischen Kolonialtruppen bei ihrem Eroberungskrieg in Libyen einsetzten, sah Palmiro Togliatti (1893-1964), der Vorsitzende der Kommunistische Partei Italiens (PCI), den Beweis, dass der Faschismus die „barbarischste Form bürgerlicher Herrschaft“ sei.27 Bereits ab 1923 wurde von den Italienern Giftgas gegen die Libyer eingesetzt; hinzu kamen Bombardements, Massenerschießungen und öffentliche Hinrichtungen. Um den Nomaden ihre Lebensgrundlage zu entziehen, wurden die Viehbestände massiv dezimiert28 – die Rede ist von 600.000 Tieren, die getötet wurden.29 Zugleich wurden zahlreiche Internierungslager errichtet. Auf zum Teil wochenlangen Todesmärschen, bei denen Zehntausende starben, trieb man die Menschen in diese in der Wüste gelegenen Lager, von denen Ali Abdullatif Ahmida die größten als „death camps“ und „genocidal camps“ bezeichnet.30 Insgesamt wurden bis zu 126.000 Menschen eingepfercht – rund 15 Prozent der damaligen indigenen Gesamtbevölkerung –, von denen ein Großteil nicht überlebte. In den größeren Lagern sollen täglich 100 bis 150 Menschen zugrunde gegangen sein.31 Die Gesamtzahl der getöteten Zivilisten in der Kyrenaika wird auf rund 100.000 geschätzt, bei einer regionalen Bevölkerung von 250.000 und einer libyschen Gesamtbevölkerung von 800.000 bis maximal 1 Million.32 Zu den Verschleppten und Binnenvertriebenen kamen noch jene, die das Land verließen: Bis der Weg nach Ägypten mit einem 300 Kilometer langen Stacheldrahtzaun abgeschnitten wurde,33 flohen etwa 20.000 Menschen über die Grenze in das Nachbarland.34 Giulia Künzi zufolge fielen dem Vernichtungsfeldzug in der Kyrenaika zirka „80 Prozent der Herdentiere und etwa 50 Prozent der Zivilbevölkerung zum Opfer“.35 Der faschistischen Führung war dies bewusst: 1930 hatte der Generalgouverneur der Kolonie, Pietro Badoglio (1871–1956), in einem Brief erklärt, man werde den Widerstand mit allen Mitteln brechen, „auch wenn die ganze Bevölkerung der Kyrenaika dabei zugrunde gehen würde.“36

Kolonialkrieg als Stabilitätsfaktor
So wie die Zerschlagung des Widerstands in der Maghreb-Kolonie die Zerschlagung des antifaschistischen Widerstands im ‚Mutterland‘ vervollständigte, so entsprach auch das zunehmende Eingreifen des faschistischen Staates in die libysche Wirtschaft den Entwicklungen in Italien. Libyens reiche Erdölvorkommen waren noch längst nicht bekannt, doch eignete sich die fruchtbare Küstenregion für den Anbau von Baumwolle und anderen Agrarprodukten. Außerdem spekulierte Rom auf Profite im Bergbausektor, im Handels- und Schiffsverkehr sowie durch Kapitalexport. Hinzu kam die Bestrebung, die nach wie vor starke Auswanderungsbewegung durch Umlenkung in das eigene Kolonialgebiet zu einer Quasi-Binnenmigration zu machen.37 Entsprechend meinte Togliatti, die italienischen Kolonialkriege dienten dazu, „die faschistische Diktatur zu konsolidieren“.38 Bis 1939 beschlagnahmte die faschistische italienische Kolonialverwaltung rund 800.000 Hektar Agrarfläche in Libyen, die an etwa 110.000 italienische Siedler vergeben wurden.39 Dieser großangelegte Landraub und die koloniale Umverteilung waren die sozialpolitische Alternative der Faschisten zu einer Landreform in Italien.40 Die Tausenden enteigneten libyschen Bauern und Hirten mussten sich auf den italienischen Plantagen oder in den großen Infrastruktur- und Wohnungsbauprojekten als billige Arbeitskräfte verdingen.41 Zwar stellten die Italiener 1940, nach einer forcierten Immigration, mehr als ein Zehntel der Einwohner Libyens. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs konnte ihre Zahl aber nie die geplante halbe Million erreichen, welche der Führung in Rom als Ziel für die folgenden zwei Jahrzehnte vorschwebte.42 Somit konnten zwar die Pläne, Libyen zur Kornkammer Italiens und zum sozialen Ventil für überschüssige Arbeitskräfte zu machen, nicht verwirklicht werden. Dafür wurde jedoch das Land erfolgreich zu einem Absatzmarkt für italienische Industrieprodukte degradiert. Bis zur Annexion Äthiopiens stieg der Gewinn des Exports in die Kolonien kontinuierlich und erreichte 1937 einen Wert von mehr als 2,5 Billionen Lire gegenüber 312 Milliarden 1929; 1939 lag der Anteil der Kolonien am italienischen Gesamtexport zehn Mal höher als noch ein Jahrzehnt zuvor.43
Die faschistischen Waffengänge in Nord- und Ostafrika sowie auf dem Balkan befeuerten den Wirtschaftsaufschwung Italiens in den 1920er und 1930er Jahren, der vor allem von der Schwerindustrie getragen wurde und Italien als eines der wenigen kapitalistischen Länder vor der damaligen Weltwirtschaftskrise abschirmte.44 Neben Profiten für die Kapitalisten und Stabilität für das Regime boten diese Kriege der faschistischen Führung zudem einen wichtigen Erfahrungsschatz für künftige Feldzüge. Aram Mattioli schreibt diesbezüglich: „In den nordafrikanischen Territorien erprobte sie nicht nur neue Waffensysteme, sondern auch Techniken des ‚totalen Krieges‘.“45 Diese entwickelten sie im Abessinienkrieg, welcher Mussolinis Prestige in der Bevölkerung enorm steigerte und für den die Eroberung Libyens das Fundament bereitet hatte, noch weiter.

Die deutschen Faschisten verfolgten die Kolonialpolitik ihrer italienischen Kameraden begeistert. Sie schickten wiederholt Beamte, ‚Experten‘ und SS-Offiziere nach Italien und Libyen, um in Fragen der kolonialen Landnahme und Landwirtschaft, der Verwaltung, der Polizeipraktiken, der Rassenpolitik, der Tropenmedizin etc. zu lernen.46 1937 bis 1939 besuchten sogar führende Nazis wie Hermann Göring (1893-1946), Rudolf Hess (1894-1987), Heinrich Himmler (1900-1945) und Robert Ley (1890-1945) Libyen. In einer Videodokumentation über den Besuch Görings wird die erfolgreiche ethnische Säuberung und koloniale Besiedlung Libyens gewürdigt.47
Antifaschistische und internationale Solidarität
Aber nicht nur die deutschen Faschisten interessierten sich für den Krieg und den Kolonialismus in Libyen. Auch der antifaschistische Widerstand nahm Bezug auf die dortigen Geschehnisse. Entgegen Ahmidas Behauptung, „sogar die kommunistische Partei“ Italiens sei „ambivalent“ in ihrer Haltung gegenüber den Kolonien gewesen,48 ist Neelam Srivastava überzeugt, dass vielmehr die bisherige Geschichtsschreibung übersehen hat, welch zentrale Rolle der Antikolonialismus in der Politik der PCI einnahm.49 Bekannt ist, dass die nationale Befreiungsbewegung in Libyen vor dem Ersten Weltkrieg breite Solidarität vonseiten der italienischen und internationalen Arbeiterbewegung erfuhr: Die Zweite Internationale verpflichtete die Partito Socialista in einer Resolution zum Widerstand gegen den Krieg. Obwohl die Parteiführung daraufhin lediglich zum Protest, nicht aber zum Streik aufrief, kam es zu Arbeitsniederlegungen, Sabotageaktionen und Brandstiftungen gegen Infrastruktur, Truppen- und Waffentransporte.50 Lenin bezeichnete das italienische Vorgehen damals in einem Zeitungsartikel sarkastisch als ein „vervollkommnetes zivilisiertes Massaker, ein Abschlachten der Araber mit ‚neuzeitlichen‘ Waffen.“ Zudem prophezeite er: Die Libyer „werden sich nicht unterwerfen. Man wird sie noch lange ‚zivilisieren‘.“51 Auch nach dem Krieg agitierten die Kommunisten gegen die italienische Kolonialherrschaft über Libyen und nahmen dafür auch Repressionen in Kauf.52)
Als Mussolini im Oktober 1935 Äthiopien überfallen lies, gelang es der PCI, mehrere Dutzend ihrer Mitglieder nach Äthiopien zu schleusen, wo sie in den Reihen der dortigen Armee gegen die faschistischen Truppen kämpften.53 Ob die Partei dasselbe im Fall Libyens vorhatte, darf bezweifelt werden, da sich der dortige Widerstand, anders als in Äthiopien, ausschließlich aus einer nomadischen und halbnomadischen Bevölkerung rekrutierte und die Partisanen zu Pferde in der Wüste kämpften. Deshalb dürfte die Kontaktaufnahme zur libyschen Guerilla deutlich schwerer gewesen sein als zum Königreich Äthiopien, das damals ein souveräner Staat mit Sitz im Völkerbund war. Doch genau das versuchte die PCI über einen Mittelsmann in Ägypten. Das Unterfangen scheiterte. Kontaktperson war ein gewisser Marcel Messiqua, ein „anti-italienischer antifaschistischer ägyptischer Jude“ aus Alexandria.54

Zuvor hatte bereits der dritte Parteitag der PCI, der 1926 in Lyon stattfand, erklärt, dass die Befreiung der Kolonien „nur durch den bewaffneten Kampf“ zu erreichen sei;55 und Ruggero Grieco (1893-1955), Mitglied des Zentralkomitees, fügte hinzu, die Kolonialvölker seien ein „mächtiger Verbündeter des Proletariats.“56 Auf derselben Versammlung wurde über die Lage in Libyen und in den anderen italienischen Kolonien gesprochen, wobei trotz mangelnder Informationen und Daten eine erstaunlich präzise Analyse gelang. Überdies wurde beschlossen, den Kontakt zur italienischen Arbeiterschaft in Tunesien aufzunehmen.57 Innerhalb dieser Community, die, wie bereits erwähnt, die größte europäische Bevölkerungsgruppe in Tunesien stellte, gab es einen besonders ausgeprägten Antifaschismus, der von gut organisierten Liberalen, Anarchisten und Kommunisten getragen wurde. Die drei politischen Lager arbeiteten unter antifaschistischer Prämisse eng zusammen. Zugleich stand die kommunistische Bewegung Tunesiens, die zwar formell zur französischen Kommunistischen Partei gehörte, in der aber Italiener aufgrund ihres hohen Bevölkerungsanteils eine wichtige Rolle spielten, in Kontakt zur arabisch-tunesischen liberal-nationalistischen Destur-Partei. Gemeinsam wurden Proteste gegen das italienische Konsulat und die Annexionsabsichten Roms organisiert. Zudem versuchte man internationale Aufmerksamkeit für die italienischen Verbrechen in Libyen und Abessinien zu generieren.58 Dies ist umso bemerkenswerter, als es nicht nur Spannungen zwischen Italienern und Franzosen in Tunesien gab, sondern auch Konflikte zwischen der italienischen und der tunesischen Bevölkerung, der darauf zurückzuführen war, dass die Italiener als Siedler ‚zweiter Klasse‘ in schärferer Konkurrenz zu den arabischen Indigenen standen.59
Strategien der Machtsicherung
Der Anfang vom Ende des faschistischen Traumes von einem italienischen Imperium war der Überfall auf das britisch beherrschte Ägypten im September 1940. Dieses hätte, gemeinsam mit dem Sudan, Roms Kolonien in Afrika zu einem einheitlichen Territorium zusammengeschlossen, die Kontrolle über den Suez-Kanal gesichert und Großbritannien aus dem Mittelmeerraum weitgehend verdrängt, wodurch Italien zur mediterranen Hegemonialmacht aufgestiegen wäre. Vom Mittelmeer und dem Horn von Afrika aus sollte es weiter in den Nahen und Mittleren Osten gehen. Letzten Endes „schwebte Mussolini“, so Dietrich Eichholtz, „ein faschistisches Imperium von Tunesien bis zum Persischen Golf vor.“60
Der neue Krieg ging einher mit der neuerlichen Internierung hunderter Libyer.61 Dabei hatte sich Mussolini in den Jahren zuvor noch als Freund und Beschützer der Araber und Muslime darzustellen versucht: 1932 eröffnete Rom einen arabischsprachigen Radiosender mit vor allem antibritischer Stoßrichtung.62 1937 reiste Mussolini durch Libyen, weihte Autobahnen, Gebäude und Monumente ein, hielt Reden und ließ sich öffentlichkeitswirksam eine als ‚Schwert des Islam‘ betitelte Waffe überreichen, die in Wahrheit allerdings nicht aus Nordafrika oder Westasien, sondern aus Florenz stammte.63 Sogar der koloniale Landraub wurde unter Verweis auf vermeintlich islamisches Recht gerechtfertigt.64 Obwohl der deutsche Propagandaminister Joseph Goebbels (1897-1945) dieses Auftreten als „sehr klug und geschickt“ bezeichnete,65 musste der Versuch, sich als ‚Schutzherr der Muslime‘ darzustellen, vor dem Hintergrund des brutalen und offen kolonialistischen Auftretens Italiens scheitern. Selbst in Ägypten, wo nicht wenige darauf spekulierten, die Achsenmächte würden die britische Besatzung vertreiben, sah man in gewissen Kreisen zwar „die Deutschen als Befreier“, jedoch die „Italiener als neue Bedrücker“, so jedenfalls der ägyptische Botschafter in Teheran, Yusuf Dhulfiqar Pasha (1866-1965), gegenüber dem SS-Führer und Diplomaten Erwin Ettel (1895-1971).66 Auch in der ägyptischen Presse gab es höhnische Reaktionen auf Mussolinis Selbstinszenierung als ‚Beschützer des Islam‘.67


Viele Libyer wiederum hofften, sich der Italiener mit englischer Hilfe entledigen zu können. So halfen 40.000 libysche Kämpfer der Libyan Arab Force, die entweder nach Ägypten geflohen oder aber aus den italienischen Kolonialtruppen desertiert waren, der britischen Armee Ende 1940 dabei, die Italiener zurückzudrängen. Parallel kam es zu Aufständen in Teilen Libyens: Siedler wurden enteignet, getötet oder vertrieben. Als die Italiener dann im April 1941 mit deutscher Unterstützung wieder in die Offensive gingen, übten sie in den erneut eroberten libyschen Gebieten grausame Rache. Die Gendarmerie, Soldaten und Siedler plünderten Häuser und ermordeten reihenweise libysche Zivilisten mitunter auf bestialischste Weise. Libyer, die in Verdacht standen, den Briten geholfen zu haben, wurden gefoltert, lebendig an Fleischerhaken aufgehängt und öffentlich zur Schau gestellt. Auch deutsche Truppen waren an derlei Verbrechen beteiligt. Der verantwortliche Befehlshaber Erwin Rommel (1891-1944) hieß diese Maßnahmen zur Aufstandsbekämpfung und Abschreckung ausdrücklich gut. Als Rommels Feldzug schließlich bei el-Alamein scheiterte und sich Deutsche und Italiener von November 1942 an bis in das französisch beherrschte Tunesien zurückziehen mussten, begingen insbesondere die italienischen Truppen auch hier derart viele Massaker, Plünderungen und Vergewaltigungen, dass sogar das Vichy-Regime bei den Deutschen formell Beschwerde einlegte.68 Am 13. Mai 1943 kapitulierten die italienischen und deutschen Truppen in Nordafrika, knapp zwei Monate später wurde Mussolini in einer Palastrevolte gestürzt.
IV. Spanien: Von Marokko aus an die Macht
Kolonialismus, Militarismus und Faschismus
Ähnlich wie Italien war auch Spanien alles andere als eine kapitalistische Wirtschaftsmacht. Der Aufstieg des Industriekapitalismus drängte das zerfallende spanische Kolonialreich zunehmend an die Peripherie des expandierenden Westeuropa. Bergbau, Infrastrukturausbau und weite Teile der spät entstehenden Schwerindustrie gerieten unter ausländische, insbesondere britische Kontrolle.69 Darum blieb die spanische nationale Wirtschaft „bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Agrarkapitalismus“.70 Auch mit ihren Kolonialambitionen hatten die Spanier wenig Glück. Bei der Aufteilung Nordafrikas zogen sie mit der Westsahara und der Rif-Region ein schweres Los: Erstere erwies sich als wenig profitabel und zugleich als kaum zu beherrschen.71 In Nordmarokko wiederum wurden zwar reichlich Bodenschätze vermutet, doch die dortige Amazigh-Bevölkerung wehrte sich beharrlich gegen die Fremdherrschaft. Den größten Erfolg verzeichnete der Aufstand unter der Führung von Muhammad Ibn Abd el-Karim el-Khattabi (1882-1963), besser bekannt als Abdel Krim, der 1922 bis 1927 die Rif-Republik im Norden Marokkos etablierte.
1921 besetzte die Spanische Armee Nordost-Marokko, um das gesamte Gebiet ‚endlich‘ unter Kontrolle zu bringen. Doch dagegen formierte sich der Widerstand der Bevölkerung im Rif-Gebirge. Abdel Krim gelang es, tausende Kämpfer – darunter auch Deserteure aus den Reihen der spanischen Kolonialtruppen – zu sammeln und den Invasoren erfolgreich zu trotzen. Der Vorstoß der spanischen Armee wurde so zum Fiasko: Anfang Juni gingen die Freiheitskämpfer in die Gegenoffensive und am 21. Juli kesselten etwa 5.000 Kämpfer Abdel Krims die Haupstreitmacht der Kolonisatoren bei Annual ein. Der Rückzug der Möchtegern-Eroberer geriet zur unkontrollierten Flucht. Bis Ende August befreiten die Rifis alle Gebiete, die seit 1909 unter spanische Herrschaft geraten waren. Auf spanischer Seite wurden etwa 10.000 Mann getötet, Tausende weitere gerieten in Kriegsgefangenschaft. Unter den Toten war auch der mit der Eroberung betraute Befehlshaber General Silvestre (1871-1921). Die marokkanischen Widerstandskämpfer verfolgten die Invasionstruppen bis vor die Tore der Stadt Melilla an der Nordküste Marokkos, die die Spanier seit 1497 besetzt hielten.72 Allerdings sah Abdel Krim davon ab, die Stadt zu erobern und den Spaniern damit ihren wichtigsten Stützpunkt auf marokkanischem Boden zu nehmen, weil er, wie er später in seinen Memoiren schrieb, hoffte, „dadurch internationale Schwierigkeiten zu vermeiden“. Rückblickend stellte er fest: „Diesen Befehl bereue ich bitter. Es war mein größter Fehler.“73 Denn so erhielten die Spanier Gelegenheit, neue Truppen heranzuziehen. Zugleich bereiteten sie, gemeinsam mit Franzosen und Deutschen, einen Giftgas-Krieg gegen die Rifis vor.
Gebührt den Italienern die zweifelhafte Ehre, in Libyen als erste Sprengkörper aus der Luft eingesetzt zu haben, so rühmte sich die spanische Armee lange mit der Premiere im Gebrauch von extra für Kampfflugzeuge angefertigten Bomben, die sie ab 1913 gegen die Rif-Bevölkerung einsetzte. Hinzu kamen in den 1920er Jahren die ersten mittels Luftwaffe durchgeführten Giftgaseinsätze der Geschichte. Beides stammte aus deutscher Produktion und wurde unter Bruch des Versailler Vertrags hergestellt und geliefert.74 Unter den Folgen dieser Kriegsführung leiden die Bewohner der Region bis heute: Die Krebsrate unter Erwachsenen wie Kindern liegt im Rif deutlich höher als im Rest des Landes, aufgrund genetischer Mutationen oder weil die Böden bis heute verseucht sind.75 Francesco Franco (1892-1975), der während der Zerschlagung der Rif-Republik zum jüngsten General Europas aufstieg, war von der Wirkung der Chemiewaffen derart begeistert, dass er sie später auch im Spanischen Bürgerkrieg einsetzen wollte. Deutschland lieferte das Gas 1936 nicht nur, sondern setzte es mit seiner Luftwaffenlegion Condor, die den spanischen Faschisten den Weg freibombte, auch gleich selbst ein. Nach wenigen Testläufen wurde diese Art der Kriegsführung jedoch aufgegeben: Die spanischen Antifaschisten verfügten über wirksamere Schutzausrüstung als die Kämpfer Abdel Krims. Zudem fürchteten die Nazis negative internationale Reaktionen auf den Einsatz von Giftgas gegen Europäer, die ihre eigenen Interessen und Vorbereitungen hätten stören können.76 Trotzdem knüpfte der massive Einsatz der Luftwaffe im Spanienkrieg in erster Linie an die Erfahrungen an, die im Kolonialkrieg in Marokko gesammelt worden waren.77 Zwar waren Madrid, Barcelona, Valencia und Guernica nicht die ersten europäischen Städte in der Geschichte, die aus der Luft bombardiert wurden, doch hatte es im Ersten Weltkrieg noch keine vergleichbare Militärtechnik gegeben. Eine Theorie des ‚totalen Krieges‘ aus der Luft wurde erst nach 1918 entwickelt. Als wichtigster Vordenker gilt dabei der Italiener Giulio Douhet (1869-1930), dessen Hauptwerk unter den Faschisten mehrfach aufgelegt und 1935 auch ins Deutsche übersetzt wurde. Er bezeichnete es als „erlaubt und verdienstvoll, bewohnte Städte mit Giftgasbomben zu belegen“.78 Überhaupt sammelten die Europäer ihre Erfahrungen im Luftkrieg vor allem in den 1920er Jahren in den Kolonien in Afrika und Asien.79
Zahlreiche der späteren führenden Putschisten machten im Kolonialkrieg gegen die Rif-Republik Karriere, nicht nur Franco: Zu ihnen zählen Manuel Goded Llopis (1882-1936), der die Belagerung Barcelonas leitete, der Begründer der spanischen Luftwaffe Alfredo Kindelán (1879-1962), der Gründer der spanischen Fremdenlegion José Millán-Astray y Terreros (1879-1954), der ‚Direktor’ des Staatsstreichs von 1936 Emilio Mola (1887-1937), der später für seine martialischen Propaganda-Rundfunkreden während des Bürgerkriegs bekannte Gonzalo Queipo de Llano (1875-1951), der 1936 höchstrangige Putsch-General José Sanjurjo (1872-1936), Francos späterer Armee-Chef José Enrique Varela (1891-1951) und der Falangist Juan Yagüe (1891-1952). Mehrere von ihnen beteiligten sich bereits 1932 an einem reaktionären Putschversuch. Sebastian Balfour vertritt vor diesem Hintergrund die These von der „Herausbildung einer interventionistischen“ – also aktiv in das politische Geschehen eingreifenden – „spanischen Militärelite aufgrund der Erfahrungen im marokkanischen Kolonialkrieg.“80 Die spanische Niederlage von Annual sei letztlich der „Katalysator“ für diese Entwicklung gewesen.81
Die politischen Auswirkungen des in Spanien als ‚Desaster von Annual‘ bezeichneten Erfolgs des marokkanischen Widerstands gingen dort jedoch weit über die Kreise der Armee hinaus. Die Widersprüche im Land spitzten sich weiter zu und gaben den „letzten Anstoß zum endgültigen Zusammenbruch“ der bereits durch soziale Unruhen und Arbeiteraufstände wankenden konstitutionellen Monarchie. Die Krise gipfelte jedoch nicht in einer Revolution, sondern in einem Putsch unter General Miguel Primo de Rivera (1870-1930), der, unterstützt von großen Teilen der Bourgeoisie und dem König, aber auch von den Sozialisten, eine antikommunistische Diktatur errichtete.82 Immer breitere Massen, bis hinein ins Kleinbürgertum, verlangten ein Ende des Kolonialkriegs, weshalb sich zunehmend auch liberale und konservative Politiker gegen die Fortsetzung des Feldzugs positionierten. Zu ihnen zählte eigentlich auch Primo de Rivera. Doch nachdem der Befreiungskrieg der Rifis auch auf Französisch-Marokko übergriff und sich die Gelegenheit zu einer gemeinsamen kolonialen Front bot, setzten sich die auf eine Fortsetzung des Krieges drängenden spanischen Militärs durch.83 Das Regime war „am Faschismus Mussolinis orientiert“ und Miguel Primo de Rivera gilt manchen als „Vorläufer Francos“.84 Sein Sohn José Antonio Primo de Rivera (1903-1936) zog „die Lehren“ aus dem Scheitern des von seinem Vater errichteten Regimes, das um 1930 herum zusammenbrach.85 Er kritisierte, dass die Diktatur keine Ideologie entwickelt habe, die ihr eine Massenverankerung verschaffen konnte.86 1932/33 gründete er die faschistische Falange, die sich 1936 am Putsch beteiligte und 1937 in der von Franco geführten Einheitspartei aufging.
Die spanische Linke und die Kolonialfrage
Zwar betrachtete ein Großteil der spanischen Bevölkerung Pierre Vilar zufolge „Marokko gern als Schauplatz der persönlichen Ambitionen der Militärs und finanzieller Interessen der Politiker“ für die man nur ungern kämpfen oder sterben wollte.87 Trotzdem waren Rassismus, Ignoranz und Chauvinismus in der sogenannten Marokko-Frage weit verbreitet. Die Maghrebis wurden als ‚Moros’ bezeichnet, ein Begriff der etwa dem deutschen ‚Mauren’ oder ‚Mohren’ entspricht. Das galt auch für Teile der politischen Linken. Allerdings durchlief die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) um die Jahrhundertwende eine Phase, in der sie ihren eurozentrisch-pazifistischen Standpunkt nach und nach zugunsten einer antiimperialistischen Position aufgab. 1907 und 1909 folgten Tausende spanie Menschen den Aufrufen der Sozialisten und der – im internationalen Vergleich relativ starken – spanischen Anarchisten zum Widerstand gegen die Aushebung von Truppen zur Entsendung nach Marokko. In Teilen des Landes kam es zum Generalstreik und in Barcelona zu einem regelrechten Aufstand, den die Guardia Civil blutig niederschlug. In den folgenden Jahren weiteten sich die Proteste gegen das spanische Vorgehen in den „den Marokkanern entrissenen Gebieten“88 auf weitere Teile der Bevölkerung aus. Dabei näherten sich Teile der PSOE allerdings inhaltlich jenen bürgerlichen Kräften an, die zwar den Krieg, nicht aber den Kolonialismus an sich ablehnten. Dies führte zu einer Polarisierung zwischen dem reformistischen und dem revolutionär-antiimperialistischen Parteiflügel.89
Letzterer ging 1921 in der Kommunistischen Partei Spaniens (PCE) auf, die sich mit ihrem Beitritt zur Kommunistischen Internationale (Komintern) zum Antiimperialismus und zum nationalen Selbstbestimmungsrecht bekannte. Während die PSOE bereits in der ersten Regierung nach dem Sturz der Monarchie 1931 saß, gelangte die PCE erst 1936 als Teil der Volksfront aus Kommunisten, Sozialisten und Bürgerlichen in Ämterpositionen. Obwohl auch die PSOE mittlerweile die Unabhängigkeit Marokkos in ihr Programm aufgenommen hatte, setzte sie diese Forderung in keiner ihrer Amtszeiten durch.90 Stattdessen schlug der sozialistische Premierminister Francisco Largo Caballero (1869-1946) sogar Angebote marokkanischer Nationalisten aus, die im Gegenzug für die Unabhängigkeit einen Aufstand im Rücken der Franco-Truppen anzetteln wollten. Die Unabhängigkeit Spanisch-Marokkos hätte die Befreiungsbewegungen in den Kolonien Frankreichs und Großbritanniens gestärkt. Caballero hoffte jedoch vergeblich auf die Unterstützung dieser beiden Mächte gegen die Putschisten, die allerdings eine Appeasement-Politik gegenüber den faschistischen Mächten vertraten. Madrid bot London und Paris sogar Gebiete in Marokko an. Ein fatales Signal an die dortigen antikolonialen Kräfte und ein Geschenk für die Propaganda der spanischen Putschisten gegenüber den Marokkanern, aus denen sie Teile ihrer Truppen rekrutierten.91 Diese Politik eurozentrischer und kolonialer Arroganz sollte sich bitter rächen.
Francos ‚Moros‘
Im Juli 1936 begann der Militärputsch unter Führung der Generäle Sanjurjo, Mola und Franco. Nur mit deutscher und italienischer Hilfe gelang es ihnen, ihre in Marokko stationierten Truppen nach Südspanien überzusetzen, von wo aus sie ihren Feldzug zur Zerschlagung der Republik führten. Luciano Canfora bezeichnet den folgenden Spanischen Bürgerkrieg als „Generalprobe“ für den Zweiten Weltkrieg.92 Den Kontakt zu Hitler stellte Johannes Bernhardt (1897-1980) her, langjähriger Vertreter der deutschen Schwerindustriekonzerne Mannesmann und Rheinmetall in Spanisch-Marokko.93 Von Berlin aus wirkte „Francos alter Kriegskamerad aus marokkanischen Tagen“,94 der hochrangige General Hans Jeschonnek (1899-1943), am Einsatz der deutschen Luftwaffe zur Unterstützung der Militärs mit. Hinter den Putschisten standen zudem spanische Großgrundbesitzer, Konservative, Monarchisten, die faschistischen Falangisten und der katholische Klerus.95 Franco stieg bald zum Kopf der vereinigten Rechten auf. Zur Verteidigung der Republik waren vor allem Kommunisten, Anarchisten sowie baskische und katalanische Nationalisten bereit: Es wurden Milizen und eine Volksarmee aufgestellt; die Komintern mobilisierte bis zu 60.000 Freiwillige aus rund 50 Ländern für die sogenannten Internationalen Brigaden von denen tausende in Spanien fielen.96 Die Sowjetunion und Mexiko waren die einzigen Staaten, die sich an die Seite der Republik stellten, wobei die UdSSR beträchtliche Militärhilfe leistete.97 Trotz des erbitterten Widerstands fiel bis Mitte 1939 das ganze Land an die Faschisten. Wo immer Francos Truppen Gebiete eroberten, wurden Oppositionelle systematisch und massenweise verschleppt, gefoltert und ermordet. Bis zu 300.000 Menschen starben in diesem Krieg. Der ihm folgenden, bis 1975 bestehenden Diktatur fielen weitere 200.000 Spanier zum Opfer.98
Am Spanischen Bürgerkrieg nahmen auf der Seite der Putschisten schätzungsweise 80.000 Marokkaner als Kolonialtruppen, sogenannte Regulares, oder als angeworbene Söldner teil. Unter ihnen waren auch einige Sahrawis, die allerdings nicht von den Marokkanern unterschieden wurden und deren Zahl so gering war, dass in dieser Arbeit lediglich von ‚Marokkanern‘ die Rede ist.99 Patricia Hertel zufolge kämpften fast 20 Prozent der männlichen Bevölkerung Spanisch-Marokkos für die Putschisten.100 Auch nach dem Fall der Republik wurden zehntausende Kolonialtruppen gegen die fortbestehende antifaschistische Guerilla eingesetzt.101 Die rekrutierten Marokkaner waren zwischen 16 und 50 Jahre alt und stammten aus armen ländlichen Regionen.102 Anreiz für sie waren in erster Linie eine im Vergleich zu den Löhnen in der Kolonien relativ gute Besoldung und die Ausstattung mit Kleidung und Lebensmitteln, während in ihrer Heimat nach vier Jahren schlechter Ernte weithin Armut, Hunger und Arbeitslosigkeit herrschten: Den Männern, die sich zum Dienst meldeten, wurde ihre Uniform gestellt, sie erhielten zwei Monatslöhne im Voraus sowie vier Kilo Zucker, fünf Liter Öl und eine tägliche Brotration, die sich nach der Anzahl ihrer Kinder richtete. Sobald sie in den Krieg gezogen waren, wurde die Hälfte des Lohns an ihre Familie geschickt.103 Neben dieser auf der Kolonialbevölkerung lastenden strukturellen Gewalt wurde die Rekrutierung auch mit unmittelbarem Zwang durchgesetzt.104 Einige der Rekrutierten wussten offenbar bis zu ihrer Ankunft in Spanien nicht, dass sie für den Krieg angeworben worden waren.105 Es gelang Franco überdies, lokale Eliten für sich zu gewinnen, die erfolgreich Propaganda im Dienste der Putschisten verbreiteten.106

Die marokkanischen Kämpfer galten als zäh und brutal. Dieser Ruf ging sowohl auf die erbittert geführten antikolonialen Aufstände zwischen 1909 und 1926, aber auch auf die u. a. von Franco, Goded, Ochoa, Varela und Yagüe durchgeführte brutale Niederschlagung eines Arbeiteraufstandes in Asturien 1934 zurück, bei der marokkanische Kolonialtruppen mindestens 2000 Arbeiter und deren Familienangehörige ermordeten, plünderten, brandschatzen und vergewaltigten.107 Die spanischen Faschisten nutzten ‚ihre Moros‘, um unter bewusster Verwendung dieser verbreiteten Ängste und Klischees in der spanischen Bevölkerung und unter den Republikanern Panik zu verbreiten. Faschistische Militärs drohten offen und prahlerisch mit Massakern und Vergewaltigungen unter den ‚Rojos‘ (‚den Roten‘), während man an Zivilisten begangene Verbrechen gleichzeitig auf die Marokkaner und ihre ‚afrikanische Kultur‘ abwälzte. So erklärte General Queipo de Llano in einer seiner Rundfunkansprachen: „Unsere tapferen Legionäre und regulares haben den roten Feiglingen gezeigt, was es heißt, ein Mann zu sein. Und nebenbei auch den Frauen der Roten, die jetzt endlich wahre Männer kennengelernt haben, nicht kastrierte Milizen. Strampeln und Brüllen wird sie nicht retten.“108 Andere wiederum erklärten, derlei Verbrechen seien „Angelegenheiten der Mauren. Wildes Volk. Wir können nichts dagegen tun. Afrikanische Naturen.“109
In ihrer an die Marokkaner gerichteten Propaganda wiederum setzten die spanischen Faschisten auf das religiöse Moment. Galt ‚der Islam‘ jahrhundertelang als Todfeind des ‚christlichen Spanien‘, so wurde jetzt die ‚Brüderlichkeit‘ zwischen Christen und Muslimen und ihre vermeintliche gemeinsame Feindschaft gegen Atheismus und Judentum beschworen. Franco selbst sprach den Marokkanern gegenüber von einem „Religionskrieg“, den man gemeinsam führe.110 Zugleich verkaufte er dem spanischen Klerus den Putsch als „Kreuzzug“ in Tradition der sogenannten ‚Reconquista‘ – also der Vertreibung der Muslime und anschließend der Juden von der Iberischen Halbinsel –, der Spanien „aus der Hand des Kommunismus, des Freimaurertums und des Judentums“ befreien werde.111 In der Realität stellten die marokkanischen Soldaten in erster Linie Stoßtruppen, die als Kanonenfutter an die vorderste Front geschickt wurden: Jeder Achte, an die 10.000 Mann, fand den Tod; so gut wie alle erlitten Verletzungen.112
‚Salud wa Salam’
Ähnlich widersprüchlich, jedoch unter umgekehrten Vorzeichen, sah es auf republikanischer Seite aus: Linke und Liberale schafften es nur unzureichend, den Widerspruch, dass die Faschisten Teile eines kolonial unterdrückten Volkes gegen das antifaschistische und demokratische Spanien mobilisieren konnten, aufzulösen. Zwar stammten die Interbrigadas in erster Linie aus Europa und Nordamerika, doch wurde in der Propaganda oft ein globales Narrativ gesetzt: Auf Fotos und Propagandazeichnungen waren neben weißen auch schwarze und ostasiatische Menschen zu sehen. Tatsächlich fanden sich unter den Brigadistas nicht wenige Freiwillige aus den Ländern des Trikont sowie Schwarze aus den USA, die in diesem Kampf die Verwirklichung antifaschistischer und antirassistischer Ideale sahen.113 Zählungen und Schätzungen über die Anzahl arabischer Interbrigadisten schwanken zwischen ein paar Dutzend und mehreren hundert Kämpfern, mehrheitlich aus Algerien, aber auch aus Marokko, Tunesien, Palästina, Syrien und dem Irak.114 Häufig ist von 716 Arabern, darunter 493 Algeriern und 201 Marokkanern, die Rede.115 In den arabischen Ländern lag die Sympathie zunächst auf Seiten der Putschisten, die nicht als Faschisten, sondern Opponenten Großbritanniens und Frankreichs sowie „als Sympathisanten des Islam und Gegner des Atheismus und der Ketzerei“ wahrgenommen wurden. Später, „als die wahre Ideologie der Rebellen offenbar wurde“, wurde diese Sympathie „sogar von Vorbehalten, wenn nicht gar Feindseligkeit, abgelöst.“116

Für die Agitation wurde eigens eine Abteilungunter Leitung des palästinensischen Kommunisten und Interbrigadisten Muhammad Najati Sidqi (1905-1979) ins Leben gerufen, die mit Flugzetteln und Ansprachen auf Arabisch versuchte, marokkanische Soldaten zum Aufgeben bzw. Überlaufen zu animieren. In einem Aufruf hieß es etwa: „Wer hat die marokkanischen Bauern von ihren Ländereien vertrieben? Wer hat die Moscheen der Muslime niedergerissen? Wer hat die Menschen mit ihren hohen Steuern ausgeraubt? Wer hat die Revolutionäre im Rif-Krieg und darüber hinaus hingeschlachtet? Sind das nicht die ehemaligen verräterischen Generäle Franco, Mola und so weiter?“117 Diese Versuche hatten allerdings wenig Erfolg und stießen auch auf Skepsis bei Teilen der spanischen Republikaner. Sidqi verließ Spanien schließlich, enttäuscht von dem Misstrauen und dem Chauvinismus unter den Republikanern und mit der Idee, in Algerien einen Radiosender aufzubauen, der auf Hocharabisch sowie in regionalen und lokalen marokkanischen Dialekten antifaschistische Propaganda ausstrahlen sollte. Dieses Projekt wurde allerdings nie realisiert.118
Zugleich wurden zahlreiche Marokkaner aufgrund ihrer oppositionellen Haltung zu den Faschisten in Marokko selbst inhaftiert oder ermordet.119 Im Juni 1938 kam es in Tétouan zu Demonstrationen gegen die Faschisten und Ende des Jahres erhoben sich sogar einige Stämme der Region zu einem bewaffneten Aufstand. Im Jahr darauf äußerte der Nationalistenführer Abdelkhalek Torres (1910-1970), der infolge seiner Enttäuschung über die Volksfront-Regierung zunächst Franco unterstützt hatte, öffentlich seine Kritik an der faschistischen Kolonialpolitik.120 Im französisch beherrschten Landesteil forderte Sultan Mohammed V. die Einstellung der Rekrutierung von Marokkanern.121 In Algerien wiederum rief der Congrès Musulman, in dem Nationalisten, islamische Gelehrte, Liberale und Kommunisten vertreten waren, die Marokkaner auf, Franco nicht zu folgen.122 In Tunesien wurden Spenden für den Widerstand gegen die spanischen Faschisten gesammelt,123 und in der Hauptstadt Tunis drückten 20.000 Menschen ihre Solidarität mit der Republik aus.124 In Paris schließlich forderten die algerischen Arbeitsmigranten des Nordafrikanischen Sterns (ENA)ihre „muslimischen Brüder“ dazu auf, sich an die Seite der spanischen Republikaner zu stellen,125 „den Faschismus zu verurteilen“ und sich nicht gegen Linke und Juden aufhetzen zu lassen.126
Das Rassismus-Problem der Republikaner
Aber auch die Republikaner ließen sich zu anti-marokkanischen Handlungen hinreißen, zumeist in der Propaganda: In Karikaturen und auf Plakaten wurden die marokkanischen Soldaten zum Teil rassistisch dargestellt und sogar zum zentralen Feind stilisiert. Das Lied ¡No pasarán! (Sie werden nicht durchkommen!) etwa, in dem die Verteidigung Madrids gegen die faschistischen Truppen beschworen wird, beginnt mit den Worten: „Die Moros, die Franco mitgebracht hat – wollen in Madrid eindringen – Solange es noch Milizionäre gibt – werden die Moros nicht durchkommen – Solange es noch Milizionäre gibt – werden die Moros nicht durchkommen“.127 Und in populären Versionen des bekannten Liedes ¡Ay Carmela! aus den ersten Monaten der Belagerung Madrids heißt es: „Wir kämpfen gegen die Moros […] Wir kämpfen gegen die Moros […] Söldner und Faschisten“.128 Auf einem berühmten, vom republikanischen Propaganda-Ministerium veröffentlichten Plakat, auf dem „die Nationalisten“ verhöhnt werden, sind neben einem Militär, einem Pfaffen und einem Kapitalisten mit Hakenkreuz am Revers gleich zwei schlitzäugige Marokkaner mit Turban bzw. Fes und Gewehr zu sehen, während weitere aus den Bullaugen herausschauen.129 Weit verbreitet war auch das Motiv des marokkanischen Vergewaltigers: So gehörte zu den bekannten Transparenten, die damals in den Straßen von Madrid zwischen den Hausfassaden gespannt wurden, auch eines, auf dem die Worte standen: „Verteidigen wir Madrid. Unsere Frauen werden niemals von den Mauren geschändet werden“.130 Auf einem Plakat von in Madrid stationierten katalanischen Milizen wurde „zur Verteidigung der Zivilisation gegen den Faschismus“ aufgerufen. Der Faschismus wurde hier allerdings durch einen bewaffneten arabischen Mann verkörpert, der eine Frau und ein Mädchen bedrängt. Zur Rettung der beiden eilen zwei katalanische Kämpfe heran, die dem Araber ihre Bajonette in den Rücken stoßen.131 Selbst die prominente spanische Kommunistin Dolores Ibárruri (1895-1989) warnte in einer bekannten Rundfunkansprache, in der sie zur Verteidigung Madrids aufrief, vor „wilden, vor wollrüstiger Gier betrunkenen Maurenhorden“, die junge spanische Mädchen vergewaltigten.132 Xosé Manuel Núñez Seixas zufolge wurde der Vormarsch der Franco-Truppen in der republikanischen Propaganda sogar in eine Kontinuität zur muslimischen Eroberung Spaniens im 8. Jahrhundert gesetzt.133

Hinzu kam die, zumindest subjektiv wahrgenommene, Diskriminierung der in Gefangenschaft geratenen Kolonialsoldaten. Ob Marokkaner tatsächlich häufiger Misshandlungen erfuhren oder hingerichtet wurden als die spanischen Soldaten, ist nicht belegt – bei Kollaborateuren und faschistischen Kämpfern kannte man auf Seiten der verzweifelt um ihr Überleben kämpfenden Republikaner grundsätzlich wenig Erbarmen. Es liegt jedoch nahe, dass der weit verbreitete Rassismus auch bei Todesurteilen zum Tragen kam. Zudem gibt es Berichte über Folter und Lynchjustiz an marokkanischen Kriegsgefangenen durch Republikaner.134
Zur Wahrheit gehört auch, dass marokkanische Kolonialtruppen – unter Führung spanischer Generäle – tatsächlich grausame Kriegsverbrechen, einschließlich Folter und Vergewaltigungen, an spanischen Zivilisten und Republikanern verübten;135 dass zu der Zeit auch Karikaturen mit antikolonialem Inhalt zum Teil unbewusst rassistische Stereotype übernahmen;136 dass das Wort ‚Moros’ damals so gängig war wie das N-Wort; oder dass andere diskriminierte Gruppen wie Juden137) oder Schwarze aus den USA138 wenig bis keinen Rassismus im republikanischen Spanien erfuhren. Dies alles ändert nichts an der Tatsache, dass das ‚Freie Spanien‘ in seiner Propaganda teilweise Kolonialrassismus reproduzierte. Dass sich dabei Stereotype mit aus realen Erfahrungen gespeisten Ängsten mischten und die Putschisten selbst das Image der blutrünstigen ‚Moros‘ propagierten, ändert nichts daran, dass in den Augen der marokkanischen Soldaten, die mehrheitlich aus schierer Not und teilweise unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in den Dienst der Putschisten getreten waren, Republikaner und Faschisten bestenfalls zwei Seiten einer Medaille waren. Im schlimmsten Fall galten Francos Leute sogar als „toleranter und weniger rassistisch“.139 Für viele Marokkaner dürfte sich die linke und republikanische Realpolitik nach den Enttäuschungen über die Volksfront-Regierung ein weiteres Mal als Heuchelei herausgestellt haben. Die Republikaner wiederum gingen der psychologischen Kriegsführung der Faschisten auf den Leim.

Unter radikalen Linken wurde das Problem des verbreiteten anti-marokkanischen Rassismus durchaus diskutiert.140 In der anarchistischen Frauenzeitung Mujeres Libres etwa wurde die an „tierische Instinkte“ appellierende Propaganda, wonach es die spanischen Frauen vor „maurischen ‚Razzien‘“ zu schützen gelte, kritisiert und die männlichen Einwohner Madrids wurden aufgefordert, für das eigene Leben und die eigenen Ideale zu kämpfen, statt „wegen der lächerlichen Drohung mehr oder weniger konkreter, mehr oder weniger schrecklicher Demütigungen“ spanischer Frauen.141 Im Januar 1937 erschien in der Zeitung La Trinchera ein Artikel von einem Autor namens Mohamed Musa mit dem Titel Los Moros: „Diese beiden Worte lösen bei vielen Genossen Vorstellungen von Barbarei, Wildheit, Vergewaltigung von Frauen etc. aus. Doch wir sollten die Dinge nicht so sehen. Man muss sich vor Augen halten, Genossen, dass die Mauren, die hier gegen uns kämpfen, dazu gezwungen werden: Man hat sie aus ihren Dörfern geholt, sie von ihren Frauen und Kindern getrennt und von ihren Feldern weggerissen. Ebenso wie sie im Rif-Krieg gezwungen wurden, gegen ihre eigenen Brüder zu kämpfen, werden sie heute von denselben verräterischen Militärs eingesetzt, die sie schon damals als Werkzeug benutzten, um Beförderungen und Auszeichnungen zu erlangen. Sie sind wie ihr: Arbeiter.“142 Auch in den internationalen kommunistischen Veröffentlichungen war von den marokkanischen Truppen als „betrogenen“143 oder „irregeführten Marokkanern“144 und „kolonialen Sklaven“ die Rede.145 Mikhail Koltsov (1898-1940), Korrespondent der sowjetischen Pravda, veröffentlichte einen Artikel, in dem er den noch immer in der spanischen Gesellschaft verbreiteten und in der Madrider Presse wahrzunehmenden Kolonialismus und Chauvinismus kritisierte. Der Artikel basierte vor allem auf den Gesprächen Koltsovs mit Sidqi, dessen Bedenken er sehr ernst nahm. Der Text erschien zunächst im September 1936 in der Pravda und einige Wochen später auch auf Spanisch in der PCE-Zeitung Mundo Obrero.146 Der französische Kommunist André Marty (1886-1946) schrieb in einem geheimen Bericht an das Exekutivkomitee der Komintern (EKKI) ebenfalls über die anti-marokkanische Stimmungsmache in republikanischen Zeitungen, von den Anstrengungen der Kommunisten, dieser entgegenzuwirken, und der Weigerung der Regierung Caballero, den Marokkanern Freiheiten zu geben.147
Allerdings ließen sich auch die spanischen Kommunisten teilweise zu rassistischen Ausfällen hinreißen, vor allem in den ersten Monaten der Belagerung Madrids. Ein Beispiel dafür ist die bereits angeführte Rede von Dolores Ibárruri. In einem Manifest der Partei vom August 1936 hieß es im selben Ton, die Putschisten hätten „Horden der wildesten Rifkabylen, Männer voll tierischer Instinkte, nach Spanien“ geholt.148 Im Dezember 1936, als die PCE bereits andere Töne anschlug, offenbarte sie jedoch zugleich ihre Illusionen über die sozialdemokratisch dominierte Volksfront: So schrieb sie, es sei nötig, „dem marokkanischen Volk begreiflich zu machen, daß Franco, der Führer der Sklavenhalter, sie mit Betrug zur Sklaverei und zum Tode führt, während der Sieg der spanischen Volksfront für das Volk Marokkos die Gewinnung seiner demokratischen Freiheiten, die Gewinnung von Brot und Boden für seine Söhne bedeuten wird.“149 George Padmore, der 1934 nach Verwerfungen über die Volksfront-Politik von der Komintern ausgeschlossen worden war, kritisierte das historische Versagen der spanischen Linken in der Kolonialfrage wie folgt: Nicht die Marokkaner seien schuldig, „sondern die Führer der Volksfront, die es durch den Versuch, die Politik des spanischen Imperialismus fortzuführen, Franco ermöglicht“ hätten, „die Indigenen im Dienst des Faschismus auszubeuten.“150
Neutralität statt afrikanisches Imperium
Zwar stellten die marokkanischen Kämpfer insgesamt weniger als ein Zehntel der faschistischen Streitmacht insgesamt,151 ihre psychologische Wirkung darf allerdings nicht unterschätzt werden. Vor allem jedoch stellten sie in den entscheidenden ersten Wochen des Krieges rund 45.000 Mann, womit sie ein Drittel der damaligen Putschtruppen ausmachten.152 Angesichts dessen ist die Einschätzung von Charles Philip Issawi, wonach sich Franco „ohne seine marokkanische Basis […] wahrscheinlich nicht in Spanien hätte durchsetzen können“,153 noch sehr vorsichtig formuliert. Während heute in der Forschung „weitgehende Einigkeit“ darüber herrscht, dass „der deutsch-italienischen Militär- und Truppenhilfe an Franco kriegsentscheidender Charakter zuzusprechen“ ist,154 wird die ebenfalls kriegsentscheidende Rolle der marokkanischen Kämpfer bislang häufig vernachlässigt.
Gedankt wurde den marokkanischen Truppen nach 1939 von den Faschisten mit einer oberflächlichen Politik der ‚Verbundenheit‘ mit und ‚Verantwortung‘ für Marokko, die sich nicht von der paternalistischen Propaganda anderer Kolonialherren, einschließlich des faschistischen Italien in Libyen, unterschied. Während in den Schulen der Kolonialrassismus weiter staatlich gefördert wurde, war das Beste, was das Regime einem Marokkaner bieten konnte, in die ‚Moro‘-Leibgarde aufzusteigen, mit der sich Franco gerne umgab.155
Die Westsahara blieb bis in die 1960er Jahre ökonomisch unbedeutend, diente allerdings nach Kriegsende als Strafkolonie für politische Gefangene;156 auch im Norden Spanisch-Marokkos richteten die Faschisten mehrere Internierungslager ein. Nach ihrem Sieg mussten sie die wichtigsten ökonomischen Quellen ihrer Kolonien abgegeben, denn Nazi-Deutschland ließ sich seine Unterstützung finanziell vergelten, unter anderem mit der vollständigen Überschreibung der Bergwerke in Spanisch-Marokko.157 Es ist daher nicht verwunderlich, dass Spanien fortan darauf drängte, sich die französischen Herrschaftsgebiete in Nordafrika unter den Nagel zu reißen, was nach dem Ende des Spanienkrieges zunächst auch mit den Achsenmächten abgestimmt wurde.158 Aber auch hier spielte die deutsche Reichsführung, die dies vor dem Westfeldzug abgelehnt hatte, um einen Konflikt mit Paris und London zu vermeiden, letztlich nicht mit, weil sie die Stabilität des Vichy-Regimes nicht gefährden wollte.159 Dies gilt als ein wesentlicher Grund dafür, dass Spanien im Zweiten Weltkrieg neutral blieb.160 Der einzige Gebietsgewinn, den das Land nach dem Sieg der Faschisten verzeichnen konnte, war Tanger, das Franco nach dem Fall Frankreichs im Juni 1940 annektierte, 1945 jedoch wieder räumen musste.
V. Zwischenfazit und Ausblick
Es sollte bereits deutlich geworden sein, wie eng der Faschismus in Westeuropa mit dem Kolonialismus in Nordafrika verbunden war: Während die Kolonialunternehmungen in Libyen zur Machtsicherung Mussolinis beitrugen und den italienischen Faschisten wichtige Erfahrungen für spätere Eroberungsfeldzüge einbrachten, wäre die Errichtung des faschistischen Systems in Spanien ohne die Kolonie in Nordmarokko wohl gar nicht erst möglich gewesen – und das im gleich doppelten Sinne: In Marokko wurden die Führer des Putsches politisch geformt und ein zentraler Teil ihrer Fußtruppen kam von dort.
Auffällig ist auch, dass Nazi-Deutschland sowohl in Libyen als auch in Marokko involviert war. Allerdings erschöpft sich die Bedeutung Nordafrikas für die deutschen Faschisten damit keineswegs. Im Gegenteil: Im zweiten Teil wird es darum gehen, welche Rolle Algerien, Französisch-Marokko und Tunesien für das mit den Nazis kollaborierende Vichy-Regime spielten und wie das deutsche Reich die französischen Afrika-Kolonien nach 1940 ausplünderte.
Fußnoten
- Für einen Überblick siehe Leon Wystrychowski: Faschismus und Kolonialismus – Faschismus als Kolonialismus? (11.8.2025).[↩]
- Auf Deutsch ist das bislang umfassendste und wichtigste diesbezügliche Werk Recherche International e.V. (Hg.): „Unsere Opfer zählen nicht“. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg, Berlin 2005. Ebenfalls hervorzuheben ist das kürzlich erschienene Buch Tricontinental Institute for Social Research (Hg.): Der antifaschistische Weltkrieg. Wer hat die Menschheit befreit? Rekonstruktion der historischen Wahrheit, Berlin 2026. Was die Politik der deutschen Faschisten gegenüber den Arabern angeht, so ist die Pionierarbeit des DDR-Historikers Heinz Tillmann: Deutschlands Araberpolitik im zweiten Weltkrieg, Berlin 1965, hervorzuheben. Außerdem die Forschungsprojekte des Zentrums Moderner Orient (ZMO). Und schließlich die Arbeit von David Motadel: Für Prophet und Führer. Die islamische Welt und das Dritte Reich, Stuttgart 2017.[↩]
- Helmut Nimschowski: Das Eindringen in Marokko 1871-1898, in: Helmut Stoecker (Hg.): Drang nach Afrika. Die koloniale Expansionspolitik und Herrschaft des deutschen Imperialismus in Afrika von den Anfängen bis zum Ende des zweiten Weltkrieges, Berlin 1977, S. 113-20. Rudibert Kunz / Rolf-Dieter Müller: Giftgas gegen Abd el Krim. Deutschland, Spanien und Marokko und der Gaskrieg in Spanisch-Marokko 1922-1927, Freiburg 1990, S. 39-43.[↩]
- Gerhard Feldbauer: Geschichte Italiens. Vom Risorgimento bis heute, Köln² 2015, S. 46.[↩]
- Antonio Gramsci: Gefängnishefte 8, Berlin 1998, S. 1954.[↩]
- Der Terminus wird häufig fälschlich auf Lenin zurückgeführt. Dieser schrieb allerdings: „Den italienischen Imperialismus hat man den „Imperialismus der armen Leute“ (Fimperialismo della povera gente) genannt – im Hinblick auf die Armut Italiens und auf die verzweifelte Notlage der Masse der italienischen Auswanderer.“ (W. I. Lenin: Imperialismus und Sozialismus in Italien (Notiz), in: Lenin Werke 21, S. 363.) Viel mehr nutzte Palmiro Togliatti 1934 den Terminus des „italienischen Lumpenimperialismus“, von dem er schrieb, dieser sei von seiner Basis her „einer der schwächsten“ Imperialismen, weil es ihm an heimischen Rohstoffen mangele. (Palmiro Togliatti: Corso sugli avversari. Le lezioni sul fascismo, Turin 2010, S. 289.[↩]
- Francesco Filippi: „Aber wir haben ihnen doch Straßen gebaut!“ Das italienische Kolonialreich – Terror, Lügen und Vergessen, Bodenburg 2024, S. 21, 27, 37f., 42-48, 51f.[↩]
- Helmut Mejcher: Die Reaktion auf die Krise in Westasien und Nordafrika, in: Dietmar Rothermund (Hg.): Die Peripherie in der Weltwirtschaftskrise. Afrika, Asien und Lateinamerika 1929-1939, Paderborn 1983, S. 94.[↩]
- Dietmar Stübler: Geschichte Italiens von 1789 bis zur Gegenwart, Westberlin 1987, S. 86.[↩]
- Walter J. Boyne: The Influence of Air Power upon History, Gretna 2003, S. 38.[↩]
- Richard J. B. Bosworth: Mussolini, London² 2010, S. 93.[↩]
- Feldbauer: Geschichte Italiens, S. 79-103.[↩]
- Herbert Eisenstein: Geschichte Libyens in islamischer Zeit, in: Fritz Edlinger / Erwin M. Ruprechtsberger (Hg.): Libyen. Geschichte, Landschaft, Gesellschaft, Politik, Wien 2009, S. 73-75.[↩]
- Enzo Santarelli: The Ideology of the Libyan ‚Reconquest‘ (1922-1931), in: Ders. u.a. (Hg.): Omar al-Mukhtar. The Italian Reconquest of Libya, London 1986, S. 17.[↩]
- Program of the Italian Fascist Movement, in: Charles F. Delzell (Hg.): Mediterranean Fascism 1919-1945. Selected Documents, New York 1970, S. 12.[↩]
- Fascist Agrarian Program (January, 1921), in: Delzell: Mediterranean Fascism, S. 20.[↩]
- New Program of the National Fascist Party (PNF) (Adopted at the Third Congress in Rome, November 7-10, 1921), in: Delzell: Mediterranean Fascism, S. 31.[↩]
- Marta Petricioli: Ohne Boden unter den Füßen. Italiens Versuche zur Herausforderung der Großmächte im östlichen Mittelmeerraum 1918-1925, in: Linda Schatkowski Schilcher / Claus Scharf (Hg.): Der Nahe Osten in der Zwischenkriegszeit 1919-1939. Die Interdependenz von Politik, Wirtschaft und Ideologie, Stuttgart 1989.[↩]
- John Clayton: Mussolini in Tripoli, Sounds Empire Tocsin (Daily Tribune, 12.04.1926).[↩]
- Santarelli: Ideology of Libyan ‚Reconquest‘, S. 22f.[↩]
- Gorgio Rochat: The Repression of Resistance in Cyrenaica (1927-1931), in: Santarelli: Omar al-Mukhtar, S. 44.[↩]
- Gabriele Schneider: Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien 1936-1941, Köln 2000, S. 186-93.[↩]
- Ebd. S. 186.[↩]
- Rochat: The Repression of Resistance, S. 41.[↩]
- Lothar Rathmann: Der libysche Widerstand gegen die Kolonialeroberung des italienischen Faschismus, in: Ders. (Hg.): Geschichte der Araber. Von den Anfängen bis zur Gegenwart Band 4, Berlin 1974, S. 337.[↩]
- Abdulhakim Nagiah: Italien und Libyen in der Kolonialzeit. Faschistische Herrschaft und nationaler Widerstand, in: Sabine Frank / Martina Kamp (Hg.): Libyen im 20. Jahrhundert. Zwischen Fremdherrschaft und nationaler Selbstbestimmung, Hamburg 1995, S. 75-80.[↩]
- Ercoli (Palmiro Togliatti): The Fight Against War and Fascism (Comintern 7th World Congress Part 4. The Fight Against War and Fascism), London 1935, S. 30.[↩]
- Giulia Brogini Künzi: Italien und der Abessinienkrieg 1935/36. Kolonialkrieg oder Totaler Krieg? Paderborn 2006, S. 149f.[↩]
- Ali Abdullatif Ahmida: Genocide in Libya. Shar, a Hidden Colonial History, London/New York 2021, S. 3.[↩]
- Ahmida: Genocide in Libya, passim, insb. S. 61. Ders.: The Making of Modern Libya. State Formation, Colonization and Resistance 1930-1932, New York 1994, S. 135.[↩]
- Ders.: Genocide in Libya, S. 90.[↩]
- Thomas Schmidinger: Libyen. Vom Kolonialismus zur Grenzmiliz Europas, Wien 2025, S. 44, 47.[↩]
- Ahmida: Making of Modern Libya, S. 138.[↩]
- Rochat: The Repression of Resistance, S. 99.[↩]
- Künzi: Kolonialkrieg oder Totaler Krieg, S. 150.[↩]
- Zitiert nach Stübler: Geschichte Italiens, S. 140.[↩]
- Nagiah: Italien und Libyen, S. 68-73.[↩]
- Ercoli: War and Fascism, S. 29.[↩]
- Rathmann: Der libysche Widerstand, S. 340.[↩]
- John Pollard: The Fascist Experience in Italy, London 1998, S. 77f.[↩]
- Nagiah: Italien und Libyen, S. 73f.[↩]
- Ebd. S. 80.[↩]
- Traute Rafalski: Italienischer Faschismus in der Weltwirtschaftskrise. Wirtschaft, Gesellschaft und Politik auf der Schwelle zur Moderne, Berlin (West) 1984, S. 171f.[↩]
- Ebd. S. 64.[↩]
- Aram Mattioli: Experimentierfeld der Gewalt. Der Abessinienkrieg und seine internationale Bedeutung 1935-1941, Zürich 2005, S. 54.[↩]
- Patrick Bernhard: Die „Kolonialachse“. Der NS-Staat und Italienisch-Afrika 1935 bis 1943, in: Lutz Klinkhammer u.a. (Hg.): Die Achse im Krieg 1939-1945. Politik, Ideologie und Kriegführung 1939-1945, Paderborn 2010, S. 148-65, 168-75.[↩]
- Ahmida: Genocide in Libya, S. 120, 172.[↩]
- Ebd. S. 57.[↩]
- Neelam Srivastava: Italian Colonialism and Resistances to Empire, 1930-1970, London 2018, S. 39.[↩]
- Stübler: Geschichte Italiens, S. 87.[↩]
- W. I. Lenin: Das Ende des Krieges zwischen Italien und der Türkei, in: Lenin Werke 18, S. 330.[↩]
- So verbüßte etwa der damals gerade 20-jährige Paolo Robotti (1901-1982) in den Jahren 1921/22 mehrere Monate Gefängnis in Tripolis und Trient, weil er während seines Militärdienstes in Westlibyen „kommunistische Propaganda“ unter den italienischen Soldaten verbreitet hatte. (Paolo Robotti, 1919-1981 (Archivi di persone della Fondazione Gramsci).[↩]
- Gerhard Feldbauer: Mussolinis Überfall auf Äthiopien. Eine Aggression am Vorabend des Zweiten Weltkriegs, Bonn 2006, S. 53.[↩]
- Srivastava: Italian Colonialism and Resistances, S. 45. Abgesehen von allen anderen Problemen, die sich stellten, dürfte die Tatsache, dass dieser Geschäftsmann zugleich aktiver Zionist war, (Joel Beinin: The Dispersion of Egyptian Jewry. Culture, Politics, and the Formation of a Modern Diaspora, Cairo/New York 2005, S. 68.) die Kontaktaufnahme nach Libyen nicht unbedingt erleichtert haben.[↩]
- Thesen von Lyon, in: Kommunistisches Programm. Bulletin der IKP Nr. 14 (1997), S. 23.[↩]
- Zitiert nach Srivastava: Italian Colonialism and Resistances, S. 35.[↩]
- Ebd. S. 36-38.[↩]
- Leila El Houssi: Gli antifascisti italiani in Tunisia tra le due Guerre, in: Altreitalie Nr. 36-37 (2008).[↩]
- Werner Ruf: Der Burgibismus und die Außenpolitik des unabhängigen Tunesien, Bielefeld 1969, S. 25.[↩]
- Dietrich Eichholtz: Krieg um Öl. Ein Erdölimperium als deutsches Kriegsziel (1938-1943), Leipzig 2006, S. 42.[↩]
- Patrick Bernhard: Im Rücken Rommels. Kriegsverbrechen, koloniale Massengewalt und Judenverfolgung in Nordafrika, 1940-1943 (Author’s Version), S. 11f.[↩]
- Tillmann: Deutschlands Araberpolitik, S. 83.[↩]
- John L. Wright: Mussolini, Libya, and the Sword of Islam, in: Ruth Ben-Ghiat / Mia Fuller (Hg.): Italian Colonialism, New York 2005, S.121-25.[↩]
- Kurella: Mussolini und Mohammed.[↩]
- Zitiert nach Motadel: Für Prophet und Führer, S. 13.[↩]
- Zitiert nach Berndt Philipp Schröder: Deutschland und der Mittlere Osten, Göttingen 1975S. 180.[↩]
- Mūsūlīnī (Al-Muṣawwar 26.3.1937), in: Israel Gershoni (Hg.): Arab Responses to Fascism and Nazism. Attraction and Repulsion, Austin 2014, o. S. Abb. 8 nach S. 137.[↩]
- Bernhard: Im Rücken Rommels, S. 12-17.[↩]
- Pierre Vilar: Spanien. Das Land und seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Berlin 1990, S. 93-95.[↩]
- Frank Schauff: Der Spanische Bürgerkrieg, Göttingen 2006, S. 37.[↩]
- Karl Rössel: Wind, Sand und (Mercedes-) Sterne. Westsahara: Der vergessene Kampf für die Freiheit, Bad Honnef 1991, S. 85-90.[↩]
- Fouzia El-Asrouti: Der Rif-Krieg 1921-1926. Eine kritische Untersuchung des gesellschaftlichen Transformationsprozesses unter Muḥammad Ibn ʿAbd al-Karīm al-Ḫaṭṭābī, Berlin 2007, S. 60-62. Dirk Sasse: Franzosen, Briten und Deutsche im Rifkrieg 1921-1926. Spekulanten und Sympathisanten, Deserteure und Hasardeure im Dienste Abdelkrims, München 2006, S. 38-41.[↩]
- Abd El Krim: Memoiren. Mein Krieg gegen Spanien und Frankreich, Dresden 1927, S. 74.[↩]
- Kunz / Müller: Giftgas gegen Abd el Krim, S. 27, 45-47, 59-80.[↩]
- Gerit von Leitner: Bis die Araber klein beigeben. Europas vergessener Krieg im Maghreb, Berlin 2019, S. 66.[↩]
- Kunz / Müller: Giftgas gegen Abd el Krim, S. 32-36.[↩]
- Sebastian Balfour: Deadly Embrace. Morocco and the Road to the Spanish Civil War, New York 2002, S. 117.[↩]
- Olaf Groehler: Geschichte des Luftkriegs. 1910 bis 1980, Berlin 1981, S. 112-17. Zitat nach ebd. S. 115.[↩]
- Ebd. S. 121, 123f.[↩]
- Balfour: Deadly Embrace, S. 3.[↩]
- Ebd. S. 52.[↩]
- Walther L. Bernecker: Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert, München 2010, S. 83-86, 104f.. Zitat S. 84.[↩]
- El-Asrouti: Der Rif-Krieg, S. 64. Bernecker: Geschichte Spaniens, S. 84f., 103.[↩]
- Ders.: Krieg in Spanien 1936-1939, Darmstadt², S. 13.[↩]
- Vilar: Spanien, S. 112.[↩]
- Bernd Nellessen: José Antonio Primo de Rivera. Der Troubadour der spanischen Falange. Auswahl und Kommentar seiner Reden und Schriften, Stuttgart 1965, S. 10.[↩]
- Vilar: Spanien S. 109.[↩]
- La Comedia del Rif, in: El Socialista Nr. 1296 (13/1911).[↩]
- Bernabé López García: El Socialismo Español y el Anticolonialismo. El Socialismo Español y los Congresos de la Internacional ante la Penetración colonial en Marruecos (1898-1914), Madrid 1976, S. 4-38.[↩]
- Pierre Broué / Émile Témime: Revolution und Krieg in Spanien. Geschichte des spanischen Bürgerkrieges 1, Frankfurt (Main)² 1978, S. 325.[↩]
- Ebd. S. 326f. Robert Rézette: Les Partis Politiques Marocains, Paris 1955, S. 100.[↩]
- Luciano Canfora: Eine kurze Geschichte der Demokratie. Von Athen bis zur Europäischen Union, Köln⁴ 2013, S. 235.[↩]
- Pierre Vilar: Kurze Geschichte zweier Spanien. Der Bürgerkrieg 1936-1939, Berlin 1987, S. 98.[↩]
- Kunz / Müller: Giftgas gegen Abd el Krim, S. 174.[↩]
- Alexandre Froidevaux: Klassenkampf in Spanien und ein internationaler Konflikt. Eine kurze Chronik des Spanischen Bürgerkrieges (1936–1939), in: Ders. (Hg.): 80 Jahre danach. Der Spanische Bürgerkrieg 1936–1939. Die spanische Gesellschaft und deutsche Interventionen, Berlin 2016, S. 5.[↩]
- International Brigades, in: Encyclopedia Britannica (5.11.2025).[↩]
- Vilar: Geschichte zweier Spanien, S. 138.[↩]
- Froidevaux: Klassenkampf in Spanien, S. 6, 11.[↩]
- Ali Al Tuma: Guns, Culture and Moors. Racial stereotypes and the cultural impact of the Moroccan participation in the Spanish Civil War (1936-1939), London/New York 2018, S. 34.[↩]
- Patricia Hertel: Der erinnerte Halbmond. Islam und Nationalismus auf der Iberischen Halbinsel im 19. und 20. Jahrhundert, München 2012, S. 123f.[↩]
- Antony Beever: The Battle for Spain. The Spanish Civil War 1936-1939, London 2006, S. 422.[↩]
- Tomás Bárbulo: Los moros de la ‘cruzada’ de Franco (1.3.2008).[↩]
- María Rosa de Madariaga: The Intervention of Moroccan Troops in the Spanish Civil War. A Reconsideration, in: European History Quarterly Nr. 22 (1992), S. 78.[↩]
- Bernardo Álvarez-Villar: The Muslim cemetery of Barcia. A testament to colonialism and the obscured memory of Spain’s civil war (9.5.2024).[↩]
- Rössel: Westsahara, S. 115.[↩]
- de Madariaga: Moroccan Troops, S. 78-80.[↩]
- Elisabeth Bolorinos Allard: The Crescent and the Dagger. Representations of the Moorish Other during the Spanish Civil War, in: Bulletin of Spanish Studies, Vol. 93-6 (2016), S. 966. Álvarez-Villar: The Muslim cemetery of Barcia.[↩]
- Zitiert nach Hertel: Der erinnerte Halbmond, S. 122.[↩]
- Zitiert nach ebd. S. 123.[↩]
- Declaraciones a Claude publicadas en „L´Echo de Paris“ (16 de noviembre de 1937), in: Franco: Palabras del Caudillo 19 Abril 1937 – 31 Diciembre 1938, Barcelona, 1939, S. 186f.[↩]
- Nikolas Jaspert: Die Reconquista. Christen und Muslime auf der Iberischen Halbinsel 711-1492, München 2019, S. 14.[↩]
- Hertel: Der erinnerte Halbmond, S. 122.[↩]
- Rechercheteam: „Unsere Opfer zählen nicht“, S. 43f. Peter Caroll: The Odyssey of the Abraham Lincoln Brigade: Americans in the Spanish Civil War, Stanford 1994, S. 18.[↩]
- Gerhard Höpp: Salud wa Salam. Araber im Spanischen Bürgerkrieg, in: Inamo Nr. 33 (2003), S. 54.[↩]
- Al Tuma: Guns, Culture and Moors, S. 190. Salvador Bofarull: Brigadistas Árabes en la Guerra de España Combatientes por la República, in: Nación Árabe Nr. 52 (2004), S. 132. Mohamed Lamroui: La participación árabe en la Guerra Civil Española. Árabes franquistas y Árabes republicanos (Masterarbeit, Tlemcen 2017), S. 35f.[↩]
- Mustafa Kabha: The Spanish Civil War as Reflected in Contemporary Palestinian Press, in: Gershoni: Arab Responses, S. 128.[↩]
- Zitiert nach Abdelatif Ben Salem: Nayati Sidqi, un internacional palestino en el Madrid de la guerra (Centro de estudios sobre el Madrid islámico, 29.8.2020).[↩]
- Ebd.[↩]
- de Madariaga: Moroccan Troops, S. 78.[↩]
- Helmut Nimschowski: Grundzüge des antikolonialen Widerstands in Marokko, in: Rathmann: Geschichte der Araber, S. 290.[↩]
- II Sultano del Marocco biasima l’uso di Marocchini da parte degl’insorti in Ispagna, in: Oriente Moderno Nr. 10 (1936), S. 559.[↩]
- Höpp: Salud wa Salam, S. 53.[↩]
- Amira Aleya Sghaier: Les Refugies Espagnols Republicains en Tunisie en 1939, in: Le Mouvement Social Nr. 181 (1997), S. 48.[↩]
- Bofarull: Brigadistas árabes, S. 121.[↩]
- Jonathan Derrick: Africa’s Agitators’: Militant Anti-Colonialism in Africa and the West, 1918-1939, New York 2008, S. 363.[↩]
- Ḍidda l-fāšīya. Min aǧl at-Taiyār al-Waṭanī al-Ǧazāʾirī (Al-Umma, 20.2.1937), in: Maḥfūẓ Qaddāš / Muḥammad Qināniš: Naǧm Šamāl Ifriqīyā 1926-1937. Waṯāq wa šahādāt ad-dirāsāt at-Taiyār al-Waṭanī al-Ǧazāʾirī, Algier 2013, S. 127.[↩]
- Eine Version des chilenischen Musikers Rolando Alarcón (1929-1973) mit spanischen und englischen Untertiteln findet sich bei YouTube: No Pasarán! Spanish Civil War Republican Song. With Lyrics.[↩]
- Die Liedtexte zweier gängiger Versionen finden sich bei Wikipedia: ¡Ay Carmela! (song).[↩]
- Álvarez-Villar: The Muslim cemetery of Barcia, Abb. 5.[↩]
- Estampa Nr. 458 (24.10.1936), S. 32.[↩]
- Ben Salem: Nayati Sidqi, Abb. 6.[↩]
- Zitiert nach Miguel Martín: El Colonialismo Español en Marruecos, Paris 1973, S. 181.[↩]
- Álvarez-Villar: The Muslim cemetery of Barcia.[↩]
- Al Tuma: Guns, Culture and Moors, S. 181-85.[↩]
- Allard: Crescent and Dagger, S. 968f.[↩]
- Siehe beispielsweise Dispensando protección (El Socialista, 21.5.1914), in: Bernabé López García: El Socialismo Español y el Anticolonialismo. El Socialismo Español y los Congresos de la Internacional ante la Penetración colonial en Marruecos (1898-1914), Madrid 1976, S. 53 Darstellung 8.[↩]
- Im Allgemeinen war die Sympathie für die Republik unter Juden weltweit groß, da der antisemitische Charakter des Faschismus bekannt war. In der jüdischen Presse erschienen Berichte über antijüdische Maßnahmen in Nordmarokko und den Gebieten Spaniens, die unter Kontrolle der Putschisten standen. Viele gingen von einem neuen Exodus der spanischen Juden aus, sollte die Republik fallen. Entsprechend hoch war der Anteil von Juden, die in den Internationalen Brigaden gegen die Franco-Truppen kämpften: Die Schätzungen reichen von 2.000 bis zu 10.000 jüdischen Interbrigadisten. (Arno Lustiger: Schalom Libertad! Juden im Spanischen Bürgerkrieg, Berlin 2001, S. 54-59, 65f.[↩]
- Matthew G. Bentrott: Rojos, Moros y Negros. Race and the Spanish Civil War (Masterarbeit, Athens, Georgia 2010), S. 42.[↩]
- Al Tuma: Guns, Culture and Moors, S. 227.[↩]
- Ebd. S. 182f.[↩]
- „Madrileños, no permitáis que vuestras mujeres sean ultrajadas por los moros“ (Mujeres Libres Nr. 6, Dezeber 1936).[↩]
- Mohamed Musa: Los Moros (La Trinchera Nr. 4, 7.1.1937).[↩]
- Spain in the Struggle Against Fascism, in: The Communist International 11/1936, S. 1418.[↩]
- Ein Aufruf der KPD zur Entsendung deutscher Truppen nach Spanien, in: Dokumente zum Studium des Spanischen Bürgerkriegs, S. 59f. Walter Ulbricht: Wir müssen Franco und Hitler vor Madrid schlagen, in: Dokumente zum Studium des Spanischen Bürgerkriegs, S. 61.[↩]
- B. Minlos: Spaniens Bauern im Kampf um Boden und Freiheit, Moskau 1937, S. 9, 43, 70.[↩]
- Ben Salem: Nayati Sidqi.[↩]
- Report by Com. André Marty at a meeting of the secretariat of the ECCI on 10 October 1936, in: Ronald Radosh u.a. (Hg.): Spain Betrayed. The Soviet Union in the Spanish Civil War, New Haven/London, S. 49, 54.[↩]
- Zum Kampf gegen die Kriegstreiber. Aus einem Manifest der Kommunistischen Partei Spaniens, August 1936, in: Dokumente zum Studium des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939), Offenbach 1997, S. 194.[↩]
- Der Weg des Sieges. Aufruf der Kommunistischen Partei Spaniens (Sektion der Kommunistischen Internationale), in: Dokumente zum Studium des Spanischen Bürgerkriegs, S. 255.[↩]
- George Padmore: Why Moors help Franco (The New Leader, 20.05.1938).[↩]
- Al Tuma: Guns, Culture and Moors, S. 34.[↩]
- Bernecker: Krieg in Spanien, S. 26f.[↩]
- Charles Philip Issawi: An Economic History of the Middle East and North Africa, Columbia 1982, S. 219.[↩]
- Walther L. Bernecker: Europa zwischen den Weltkriegen 1914-1945, Stuttgart 2002, S. 197.[↩]
- Hertel: Der erinnerte Halbmond, S. 128-30.[↩]
- Rössel: Westsahara, S. 115, 124-29.[↩]
- Marion Einhorn: Die ökonomischen Hintergründe der faschistischen deutschen Intervention in Spanien 1936-1939, Berlin 1962, S. 172f. Christian Leitz: Economic Relations between Nazi Germany and Franco’s Spain 1936-1945, New York 1996, S. 88f.[↩]
- Italian-German-Spanish Secret Protocol (Hendaye, October 23, 1940) Abs. 5, in: Delzell: Mediterranean Fascism, S. 323.[↩]
- Hitler-Mussolini Conference Regarding Vichy France, Franco’s Spain, and Greece (Florence, October 28, 1940), in: Delzell: Mediterranean Fascism, S. 324-26.[↩]
- Einhorn: Ökonomischen Hintergründe, S. 197-99. Hertel: Der erinnerte Halbmond, S. 129.[↩]
